Willkommen zurück!
Rewe pickt Lebensmittel wieder in den Supermärkten, zehn Jahre nach dem ersten Versuch, und erklärt, warum die Rechnung diesmal aufgeht. Wolt hat den August genutzt, um neue Kategorien dazuzuholen: von Möbeln über Bio-Supermärkte bis zu Slow-Luxury-Mode. Auch bei der Drohnenlieferung ging es voran: Amazon nimmt mit Prime Air knapp 500 US-Städte ins Visier, und Uber bringt Ziplines Fluggeräte direkt in die Uber-Eats-App. Dazu schauen wir uns an, wie MotionTools sich gerade verändert: von einem Tool, das deine Arbeit unterstützt, zu einem, das sie übernimmt.
Und wie immer findest du die neuesten MotionTools Release Notes am Ende.
📢 Was sich in der Branche getan hat
🏪 Rewes Multichannel-Strategie
Rewe testet Schnelllieferung aus seinen regulären Supermärkten, mit Wolt in München und Lieferando in Jena. Der Test ist Teil einer größeren Multichannel-Strategie: Statt sich auf ein einziges Erfolgsmodell festzulegen, betreibt Rewe Lieferung und Abholung parallel und rechnet beides zusammen. Die Annahme dahinter: Kunden, die mehr Kanäle nutzen, geben auch mehr aus. Laut Clemens Bauer, Director REWE E-Commerce, wächst Rewes E-Food-Geschäft aus Lieferung und Abholung zusammen um rund 20% pro Jahr und soll 2026 den operativen Break-even erreichen. Einen ersten Versuch mit Store Picking gab es schon vor etwa zehn Jahren. Er scheiterte daran, dass Online-Bestellungen und Ladenkunden sich gegenseitig die Ware weggekauft haben. Bessere Verfügbarkeitsprognosen haben dieses Problem nun behoben. Bauer nennt Sainsbury's als Vorbild: Filialleitung und Picking-Leitung liegen dort in einer Hand.

Dieselbe Bereitschaft, Neues zu testen und auch wieder einzustellen, zeigt sich bei Rewes Autonomie-Projekten. In Hamburg wurde der Lieferroboter-Test, über den wir letzten Oktober berichtet haben, beendet. Technisch funktionierte er, und die Kunden nahmen ihn gut an, aber die Integration in die App wäre zu teuer geworden, und die Zulassungshürden bleiben. Der Test mit autonomen Fahrzeugen in Bochum läuft dagegen weiter, gemeinsam mit dem Technologiepartner Loxo. Das größere Potenzial sieht Bauer inzwischen allerdings im Warentransport zwischen Standorten und nicht in der Fahrt bis zur Kundentür.
🛍️ Wolt erweitert um Haushaltswaren, Biosupermärkte, Beauty und Mode
Wolt hat den August damit verbracht, neue Kategorien an Bord zu holen. Der größte Sprung ist Mömax: Rund 4.500 Produkte aus Home, Küche und Haushalt sind ab jetzt aus acht deutschen Filialen der Möbelkette bestellbar. Im Herbst soll der Rollout auf 27 Standorte folgen, das Sortiment wächst dann in Richtung 5.000 Artikel.

In Schweden, Finnland und Norwegen hat Lyko über 72.000 Beauty- und Pflegeprodukte von mehr als 1.000 Marken auf Wolt gebracht. Nordische Kunden, die Beauty über die App kaufen, bestellen etwa einmal im Monat, und Health & Beauty gehört inzwischen zu den drei am schnellsten wachsenden Retail-Kategorien, neben Elektronik und Tierbedarf. In München hat das Slow-Luxury-Label Hacoy fast sein komplettes Sortiment auf Wolt gestellt und behält den Showroom für Abholung, Anproben und Umtausch. Gründer Maximilian Alexander Rupp findet, gute Kleidung sollte so leicht zu bekommen sein wie ein gutes Abendessen.
Und weil wir schon beim (selbstgekochten) Abendessen sind: Am 24. August ist der Wolt Bio Market gestartet, mit 15 Standorten in acht Städten. Damit bekommt jeder bestehende Wolt Market einen Bio-Ableger mit bis zu 1.800 Produkten, Alnatura als Ankermarke und regionalen Molkereien, Metzgereien und Bäckereien für den Rest. Eine Woche vorher hat die Biokette SuperBioMarkt eine Düsseldorfer Filiale auf die Plattform gebracht. Läuft der Pilot gut, wollen beide Seiten ihn auf alle 24 Filialen ausweiten.

Zusammen mit dem Power-Piloten in Norwegen und dem Start von MediaMarktSaturn in Deutschland ergibt das ein klares Muster: Wolt holt sich Händler aus allen Kategorien, in denen der Warenkorb klein genug für ein Fahrrad ist und der Kauf dringend genug ist, damit sich Tempo bezahlt macht.
🚁 Amazon und Uber weiten ihre Drohnenabdeckung aus
Amazon will Prime Air bis Ende 2026 von einer Handvoll Metropolregionen auf fast 500 US-Städte und -Gemeinden bringen, eine Versechsfachung, die Drohnenlieferung für zig Millionen Kunden verfügbar machen würde. Schon heute laufen Tausende Flüge pro Tag, als Nächstes stehen Georgia, Ohio, Illinois, Idaho und New York auf der Liste. Für Prime-Mitglieder ist die Drohnenlieferung ab 50 Dollar Bestellwert kostenlos, darunter kostet sie 2,99 Dollar, ohne Prime 4,99 Dollar. Amazon behandelt Drohnen damit als normale Lieferoption und nicht als Premium-Extra. Über 60% der am häufigsten gekauften Produkte sind für den Service zugelassen.

Uber hat eine Partnerschaft und ein strategisches Investment in Zipline angekündigt und holt dessen Drohnen in die Uber-Eats-App. Die ersten Flüge kommen noch dieses Jahr in Dallas und Houston, wo Zipline bereits an Endkunden liefert. Danach sollen dutzende weitere US-Städte folgen. Das gemeinsame Ziel: eine Million Drohnenlieferungen pro Tag bis Ende 2029.

🤖 Wie MotionTools die Arbeit nicht mehr nur unterstützt, sondern selbst übernimmt
Du fragst dich, woran wir gerade arbeiten? Hier ein kurzes Update dazu, wie MotionTools von der Unterstützung der Arbeit zur Arbeit selbst übergeht.
In der SaaS-Welt wird schon eine Weile diskutiert, wie KI-Software und besonders Vertical SaaS (also die „Betriebssysteme für XYZ") aus einem System of Record ein System of Action machen.
Das typische Softwaresystem war im Grunde eine etwas ausgefeiltere Excel-Tabelle: Es hat vor allem Daten gespeichert und dazu ein paar Validierungen und etwas Logik ergänzt. Die Daten lagen teils einfach zum Nachschauen bereit, teils für die „spätere Verwendung", zum Beispiel als Teil eines manuell gesteuerten Prozesses. In unserem Bereich sah das dann so aus: Ein Kunde gibt seine Anfrage über ein Webinterface ein, ein Disponent kümmert sich danach manuell um alles Weitere, und einmal im Monat werden die Daten für die Rechnungsstellung genutzt.
In einer Welt aus KI und Agenten reicht das meistens nicht mehr. Nutzer wollen eine Stufe höher: weg vom manuellen Tourenplanen und Rechnungsschreiben, hin zum Steuern eines Agenten, der genau das automatisch übernimmt.
Bei MotionTools gibt es dafür ein gutes Beispiel: Tourenplanung und Fahrerzuweisung. Beide Funktionen lassen sich „von Hand" nutzen, aber unsere größeren Kunden automatisieren das in der Regel und behalten dabei die Kontrolle über die Regeln. Gerade bei hohem Liefertempo (Zustellung innerhalb von 30 Minuten nach Bestelleingang) ist ein vollständig automatisierter Dispositions-Prozess sowieso fast die einzige praktikable Option.

Wenn du dein Geschäft auf MotionTools betreibst, definierst du deine eigenen Regeln und baust deine eigenen Prozesse und lässt sie dann aber autonom von MotionTools ausführen. So bleibt mehr Raum für Performance-Management und Optimierung, statt im Tagesgeschäft festzuhängen.
Früher haben wir das „Stacking" genannt, jetzt heißt es „Agentic Dispatching" ;)
🤝 Community Update
📆 Events im September
Vom 15.–17.09. sind wir auf der Expopharm in München, Europas führender Fachmesse für den Apothekenmarkt. Der Apothekenbereich ist derzeit eine der am schnellsten wachsenden Kategorien im deutschen E-Commerce, aber auch eine stark fragmentierte. Laut ABDA bieten so gut wie alle deutschen Apotheken einen Botendienst an, und Apothekenteams stellen rund 300.000 Lieferungen pro Tag zu. Organisiert wird das meist Filiale für Filiale, mit eigenen Fahrern und eigenen Routen. Damit bewegt sich eine Menge Same-Day-Volumen ohne gemeinsame Infrastruktur im Hintergrund. Genau diese Lücke soll unsere Kuriernetzwerk-Plattform NOW.delivery schließen.
Marian ist für die Messe vor Ort und trifft sich drumherum mit Kunden. Wenn du in der Woche auch in München bist, melde dich gerne bei Marian auf LinkedIn für einen Austausch.

🦾 Bessere Technologie für eine Welt in Bewegung
Feature highlight: Generic Notes
Admins und Organisationsmanager können jetzt Freitext-Notizen an Benutzerprofilen hinterlassen: bei Fahrern, Kunden, Organisationsmanagern und anderen Admins. Auch Fahrer und Kunden können Notizen an ihrem eigenen Profil schreiben, aus der Fahrer-App oder im Dashboard. Die Sichtbarkeit wird pro Notiz festgelegt: Beim Schreiben wird ausgewählt, welche Rollen sie lesen dürfen. Eine Notiz zu einem Fahrer kann also unter Admins bleiben, die Manager der Organisation dieses Fahrers einschließen oder auch den Fahrer selbst.

Kurzübersicht über weitere Updates:
- Aktive Tour in der Fahrer-App
- Fahrer daran hindern, online zu gehen
- Buchungen, Touren und Pakete nach ID filtern




