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LogTech News 05/2026

E-Grocery wächst weiter und Amazon will die Krone. Plus: wo die letzte Meile noch Wachstumspotenzial hat, in der Stadt und darüber hinaus.

Anna-Philine Lübbke
May 11, 2026
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Willkommen zurück!

Der Mai hat weitere Q1-Daten gebracht, mehr Uber-Eats-Expansionen, neue DoorDash-Lebensmittelpartner und Amazon, das sich Platz 2 im US-Lebensmittelmarkt schnappt. Außerdem schauen wir uns an, wo die letzte Meile noch ungenutztes Potenzial hat: von den ausgedehnten, unterversorgten Gebieten außerhalb der deutschen Städte bis zu innerstädtischen Mikromobilitäts-Hubs.

Und wie immer findet ihr die neuesten MotionTools Release Notes am Ende.

📢  Was sich in der Branche getan hat

📈 E-Grocery und Essenslieferung weiter im Aufwind

In unserer Februar-Ausgabe haben wir die starken 2025er-Zahlen für den Online-Lebensmittelmarkt beleuchtet, und die Q1-2026-Daten bestätigen den Kurs.

Deutschland: Lebensmittel führen das Wachstum im Online-Handel an

Laut BEVH-Daten wuchs der deutsche Online-Lebensmittelumsatz im ersten Quartal 2026 um 12,3% auf 1,09 Milliarden Euro – das stärkste Wachstum aller Kategorien und deutlich über den 3,6% des gesamten deutschen E-Commerce. Der tägliche Bedarf insgesamt (Lebensmittel, Drogerie, Apotheke) legte um 9,2% zu. Besonders auffällig: Online-Apotheken verzeichneten mit +9,8% ihr stärkstes Wachstum seit Einführung des E-Rezepts.

Foodservice-Delivery wird zum globalen Standard

Der Blick aufs große Ganze: Euromonitor-Daten via Retail News zeigen, dass mittlerweile 22% der weltweiten Foodservice-Ausgaben über Lieferdienste laufen – mehr als doppelt so viel wie 2019 (rund 9%). Der globale Foodservice-Markt erreichte 2025 ein Volumen von 3,36 Billionen Dollar, und allein das Liefersegment soll bis 2029 die Marke von 1 Billion Dollar überschreiten. Bei den Wachstumsraten ziehen Schwellenländer (Türkei, Ägypten, Nigeria, Indien, Philippinen) das Tempo an, aber der strukturelle Wandel ist global: Lieferung ist vom Komfort-Extra zur Standarderwartung der Verbraucher geworden.

Amazon nennt sich jetzt zweitgrößter Lebensmittelhändler der USA

Im Q1-Earnings-Call positionierte CEO Andy Jassy Amazon als zweitgrößten Lebensmittelhändler der USA – nur noch hinter Walmart. Der Nettoumsatz im ersten Quartal stieg im Jahresvergleich um 17% auf 181,5 Milliarden Dollar, das Stückwachstum in eigenen Stores erreichte 15% – der höchste Wert seit den Pandemie-Lockdowns. Die Dynamik im Lebensmittelgeschäft kam aus mehreren Richtungen, unter anderem: 1- und 3-Stunden-Lieferung wurde für mehr als 90.000 Artikel in tausenden US-Städten ausgerollt, und Amazon Now (30-Minuten-Lieferung) startete in die Pilotphase in Seattle und Philadelphia.

🚗 Uber Eats: investieren, expandieren, Retouren neu denken

Uber baut seinen Anteil an Delivery Hero aus

Uber hat seinen Anteil an Delivery Hero um weitere rund 4,5% erhöht und hält nach dem Aktienkauf von Prosus jetzt rund 7% an der Berliner Plattform. CEO Niklas Östberg begrüßte Uber als langfristigen Aktionär und wertete das Investment als Vertrauensbeweis in die Strategie von Delivery Hero.

Dänemark-Start läutet die Europa-Offensive 2026 ein

Uber Eats ist offiziell in Dänemark gestartet – der erste von sieben geplanten neuen europäischen Markteintritten in 2026. Als Nächstes folgen Griechenland, Österreich, Rumänien, Tschechien, Finnland und Norwegen. Der Rollout ist Teil von Ubers Plan, den Bruttobuchungswert in den nächsten drei Jahren um 1 Milliarde Dollar zu steigern.

Retouren als nächste Logistikebene

Uber Eats hat in den USA außerdem einen Retourenservice gelauncht, über den Kunden berechtigte Artikel direkt aus der App per Kurier zurückschicken können. Bei Bestellungen über 20 Dollar gibt es eine sofortige Rückerstattung; die Retourengebühr richtet sich nach Distanz und Zeit. Zu den Launch-Partnern gehören Best Buy, Dick's Sporting Goods, Pacsun und Petco.

🛒 DoorDash baut sein Lebensmittelgeschäft weiter aus

In den USA hat DoorDash vier neue regionale Lebensmittelhändler auf seinen Marktplatz geholt: Brookshire Grocery Co., FreshDirect, Harps Food Stores und Market of Choice. Damit kommen mehrere hundert Filialen im Süden, Mittleren Westen, Nordosten und Pazifischen Nordwesten dazu. Alle vier sind außerdem über DashPass verfügbar, DoorDashs Mitgliedschaft mit kostenfreier Lieferung.

In Kanada bringt eine neue Partnerschaft mit Empire Co. über 1.000 Filialen in 10 Provinzen auf den Marktplatz, darunter die Marken Safeway, Sobeys und IGA. Mit Empire deckt DoorDash jetzt vier der fünf größten kanadischen Lebensmittelkonzerne ab.

📈 Wo die letzte Meile noch Wachstumspotenzial hat

Man könnte meinen, die letzte Meile sei mittlerweile ein ausgereifter Markt. Der nationale E-Grocery-Anteil klettert weiter, Paketvolumen brechen Rekorde, und Same-Day-Lieferung wird zum Standard. Doch die nächste Phase des Wettbewerbs hängt möglicherweise nicht nur davon ab, wer am schnellsten liefert, sondern auch davon, wer Lieferdichte über fragmentierte urbane und suburbane Netzwerke hinweg am effizientesten orchestrieren kann. Die spannende Frage ist, woher der nächste Wachstumsschub kommt. Zwei Bereiche schauen wir uns diesen Monat genauer an: außerhalb der Stadt, wo ländliche und suburbane Gebiete weitgehend unterversorgt bleiben, und innerhalb der Stadt, wo Mikromobilitäts-Hubs noch erhebliches ungenutztes Potenzial haben.

Jenseits des Stadtkerns

Bei all dem Lärm um das Wachstum von E-Grocery lohnt sich ein Blick darauf, wo Lieferungen tatsächlich stattfinden: Der Großteil Deutschlands liegt nach wie vor außerhalb praktikabler E-Grocery-Lieferzonen. In einem aktuellen Deep Dive hat Prof. Dr. Matthias Schu die Liefergebiete aller großen E-Grocery-Anbieter kartiert und das Ergebnis ist ein Flickenteppich urbaner Königreiche. Dichte Wettbewerbscluster rund um Rhein-Ruhr, Hamburg, Berlin/Potsdam und München, umgeben von großen unterversorgten Flächen.

Die Gründe sind struktureller Natur. Das Quick-Commerce-Modell, das in den Städten Fahrt aufgenommen hat, basiert größtenteils auf Dark Stores und funktioniert am besten in dichten urbanen Kernen. Jeder Dark Store bedient einen Radius von 2–3 km und braucht in diesem Radius genug Bestellungen, damit die Kosten für die Fahrer aufgehen. Die meisten Anbieter sind in dem Cluster von Städten geblieben, in dem dieses Modell funktioniert.

Wer den Rest der Karte erreichen will, braucht deshalb einen anderen operativen Ansatz. Picnic setzt auf ein Hub-and-Spoke-Modell: Ein zentrales Fulfillment-Center beliefert jeden Abend kleinere lokale Hubs, und am nächsten Tag fahren kleine Elektrovans feste Routen. Kunden in derselben Nachbarschaft bekommen eng getaktete 20-Minuten-Lieferfenster, sodass der Van die Straße effizient abarbeiten kann, ohne zurückfahren zu müssen.

Amazon macht etwas Ähnliches, nur in anderer Größenordnung. Das Unternehmen hat 4 Milliarden Dollar zugesagt, um sein ländliches US-Liefernetzwerk bis Ende 2026 zu verdreifachen und über 200 kleine Delivery-Stationen zu eröffnen, um 13.000 ZIP-Codes zu erreichen. Pakete kommen aus regionalen Fulfillment-Centern, werden vor Ort sortiert und gehen noch am selben Tag raus.

Ab einer bestimmten Lieferdichte werden allerdings selbst optimierte Van-Netzwerke ineffizient. Genau hier kommen alternative Liefermodelle ins Spiel. Wie schon mehrfach in diesem Newsletter erwähnt, könnten Drohnen die Antwort sein. Walmarts Partnerschaft mit Wing zielt auf 270 Drohnen-Lieferstandorte bis 2027 und damit über 40 Millionen erreichbare Amerikaner, die meisten davon in suburbanen Gebieten.

Das Fundament urbaner Zustellung

Aber auch in den Innenstädten gibt es noch jede Menge Spielraum. Nehmen wir Mikromobilitäts-Hubs als Beispiel: Erst vor ein paar Wochen, am 27. April, hat Amazon sein drittes Berliner Mikromobilitätszentrum eröffnet. Von diesem einen Standort aus werden Lieferpartner pro Jahr über zwei Millionen Pakete per E-Lastenrad in vier zentrale Bezirke transportieren. Es ist Amazons 14. Hub in Deutschland und Teil eines europäischen Netzwerks von über 70 Standorten. Ein guter Anfang, aber immer noch nur ein kleiner Bruchteil des Gesamtpaketvolumens.

Die BPEX KEP-Studie 2025 beziffert das deutsche Paketvolumen 2024 auf 4,29 Milliarden Sendungen, mit einer Prognose von 5,19 Milliarden bis 2030. Die bestehende Hub-Infrastruktur deckt davon nur einen winzigen Bruchteil ab, obwohl der operative und ökologische Business Case längst belegt ist. Ein Jahrzehnt europäischer Studien zeigt 30–88% weniger CO₂ pro Paket auf der letzten Meile und bis zu 35% niedrigere Lieferkosten in dichten Zonen. Berlins eigene Mikro-Depot-Studie liefert dazu konkrete Zahlen: Berlins größtes Mikro-Hub, das täglich rund 3.000 Sendungen abwickelt, spart im Vergleich zur konventionellen Zustellung schätzungsweise 41–68 Tonnen CO₂ pro Jahr ein.

Was fehlt, ist Skalierung und um die zu erreichen, braucht es aus unserer Sicht Konsolidierung. Nicht jeder Carrier generiert genug Volumen, um mehrere Hubs allein zu rechtfertigen. Und wenn jeder Anbieter für sich baut, verwässert genau das die Dichte, die das Modell überhaupt erst funktionieren lässt. Was es jetzt braucht, sind Anbieter, die bereit sind, Infrastruktur zu teilen.

Eine Option ist ein Shared-Infrastructure-Modell: Ein neutraler Dritter betreibt einen innerstädtischen Hub (z. B. in leerstehenden Einzelhandelsflächen), in dem mehrere Carrier ihre Pakete abladen, während jeder Carrier seine Cargo-Bike-Zustellung weiterhin selbst übernimmt. Der Betrieb bleibt getrennt, aber allein das Teilen der Fläche reduziert den Druck auf knappen und teuren urbanen Raum. Eine ambitioniertere Variante wäre ein Shared-Delivery-Network-Modell, bei dem ein Drittanbieter sowohl den Hub als auch die Zustellung auf der letzten Meile selbst übernimmt. Pakete mehrerer Carrier würden auf denselben Cargo-Bike-Routen gebündelt, was Stoppdichte und Routeneffizienz erhöht. Operativ ist das deutlich effizienter, kommerziell aber ein viel größerer Schritt: Carrier müssten Lieferdaten teilen und einen Teil der Kundenbeziehung abgeben.

🦾 Bessere Technologie für eine Welt in Bewegung

Feature-Highlight: Fehlergründe für Stopps

Wir führen strukturierte Fehlergründe für Stopps ein. Wenn ein Disponent oder Fahrer einen Stopp als fehlgeschlagen markiert, kann in Zukunft ein Grund aus einer vordefinierten, Stopptyp-spezifischen Liste ausgewählt werden – z. B. „Empfänger nicht erreichbar“ oder „Standort geschlossen“ – und optional ein kurzer Freitext-Kommentar ergänzt werden. Der ausgewählte Grund und der Kommentar werden am Stopp gespeichert und sind in der Buchung für alle Beteiligten sichtbar.

Support for failure reaDie Unterstützung für Fehlergründe wird in den kommenden Wochen schrittweise über API, Dashboard und Fahrer-Apps ausgerollt.sons will be rolled out across the API, Dashboard, and driver apps over the coming weeks.

Kurzübersicht über weitere Updates:

  • Labels für aktive Touren
  • Echte Routen im Dashboard
  • Vereinfachte Service-Auswahl mit Service Keys
  • 500-Zeichen-Limit für Freitextfelder

Anstehende Abkündigungen:

  • Abkündigung des Failure-Reasons-Endpoints

Release Notes im Help-Center lesen

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